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1997: Verbandsliga-Aufstieg

„Meisterdorf“ Halingen feiert den Aufsteiger/Lange Nacht bei „Hoenhorst“

 Lars Becker Mendener Zeitung; 05.Mai 1997 20:23-Niederlage im Rückspiel ohne Bedeutung:  Furioser TVH zeigt Verbandsliga-Reife - „Pitje Puck“ Sowein überragend/Lange geführt 

SpVgg Herten – TV Westfalia Halingen 23:20 (7:7) 

„Die Rückkehr des Meisterdorfes!“ Was in großen Lettern auf den T-Shirts der Hunderschaft Halinger Fans geschrieben stand – vor der Abfahrt hatte der 2. Vorsitzende Wolfgang Mick die Anhänger damit ausgestattet – war um 19.33 Uhr perfekt: trotz der Drei-Tore-Niederlage im Rückspiel bei der Spielvereinigung Herten (Hinspiel 30:23) gehen Michael Gutzeit und Co. In der kommenden Saison in der Verbandsliga (Staffel 2) auf Torejagd.

 

Nach elf Monaten harter Trainingsarbeit – Auftakt war am 04.Juni – erntete die Westfalia den verdienten Lohn der Mühen. Ein Meer aus grün-weißen Ballons und Fahnen in der Hertener Ludgerus-Halle, kühles Blondes und Sekt „en masse“ bei Hoenhorst: es wurde gefeiert bis zum Morgengrauen...

Ich bin einfach überwältigt. Für das, was die Mannschaft in den fünf Jahren seit dem Landesliga-Aufstiegs geleistet hat, kann man ihr nicht genug Anerkennung zollen“, sprach Präses Gerd Dittrich unmittelbar nach dem Schlusspfiff den Anhängern aus dem Herzen. „Spätestens Mitte der zweiten Halbzeit hat keiner mehr daran geglaubt, dass Herten das Ding noch umbiegen kann. Das hat zwar zu kleinen Schönheitsfehlern geführt, doch wen interessiert das jetzt noch“, strahlte ein begeisterter Hennes Gibbels mit seinen Schützlingen um die Wette.

 

Die Gastgeber, die auf den gesperrten Marius Orth verzichten mussten („Kopfnuß“, gegen Heimann nach dem Hinspiel), waren zwar sichtlich bemüht, den TVH aus dem Rhythmus zu bringen und die Gutzeit-Brüder weites gehend auszuschalten. Auf der Anzeigetafel schlug sich das aber nicht nieder: die Gäste hatten die Nase fast ständig vorn, mal mit einem, mal mit zwei Treffern (26. 6:4). Die Westfalia konnte es sich sogar leisten, in Person von Roman Schulz – am Mittwoch noch nervenstarker Siebenmeterschütze“ – zwei Strafwürfe auszulassen. Schließlich hatte man mit „Pitje-Puck“ Sowein einen Torart der Extraklasse zwischen den Pfosten, der mit tollen Reflexen einen höheren Rückstand zu verhindern wusste.

 

Bis zur Schlussminute: Die Hausherren trafen zwar zum 23:20 Endstand, doch wenige Sekunden später regierte in der Ludgerushalle der TV Halingen. Am traurigsten über das Scheitern der Spielvereinigung dürfte übrigens der hallenwart gewesen sein: Schließlich musste er heute die Spuren des Halinger Triumphes beseitigen. 


Herten: Möller, Dostal; Matheis (3), Spiekermann (2), Reul (4), Klasmann (4), Anders (1), Balke (8/3), Keyers, Winter(1), Heringhaus, Rahr.
Halingen: Sowein (58.Severin), Lumme (2), M. Gutzeit (4/1), Ch.Gutzeit (2), Voigt (5), Voß, Klett (3), Schulz, Heimann (2), Mick, Ortloff (2). 

Schiedsrichter: Grosfeld/Knelmann (Kreis Steinfurt);
Zeitstrafen: Herten 5, Halingen 7
Zuschauer: 300 


Thomas Keyers (SpVg-Spielertrainer):
Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten die Gäste gar nicht ins Spiel kommen lassen. Aber ohne den gesperrten Marius Orth, der im Hinspiel überragt hat, wurde es noch schwerer. Wir sind oft an Sowein gescheitert, Halingen war mannschaftlich geschlossener und besser besetzt. Den Kampf um den Aufstieg haben wir aber schon im Hinspiel verloren. Pech gehabt.... 

Hennes Gibbels (TVH):
Wir sind in BEIDEN Partien taktisch disziplinierter aufgetreten. Auch im Rückspiel haben wir lange Zeit geführt, keiner hatte an einer Niederlage geglaubt, deshalb haben sich fehler eingeschlichen. „Pitje Puck“ Sowein war Vater des Erfolges. Wir sind hochverdient aufgestiegen. Hut ab vor der Leistung der Jungs in diesem Jahr. Christoph Gutzeit hat es übrigens schon im Trainingslager in Kamen vorausgesagt: Wir steigen auf...Und ich habe darauf gesetzt, dass wir Platz zwei erreichen. Was will man mehr?
   

 

Halinger Helden entfachen Orkan der Begeisterung

Westfalia nach 20:23 Verbandsligist

Westfalenpost André Schweins und Tim Oliver Kalle, 05 Mai 1997 

Der Schlupfiff ging im Jubelorkan unter, der die kleine Ludgerushalle zum Beben brachte. Und als Roman Schulz die ersten Sektfontänen auf die Reise schickte, stellten die Handballer des TV Westfalia Halingen unter Beweis, dass sie auch als Tänzer eine gute Figur abgeben.
Verbandsliga wir kommen! Die „Rückkehr des Meisterdorfes“ wurde schon vor dem zweiten Relegationsspiel bei der SpVgg Herten auf den Fan-T-Shirts angekündigt und die Mannen von Trainer Hennes Gibbels hielten sich haargenau an diese Aufstiegsvorgabe. Was machte es schon, dass die Gastgeber in den letzten zwei Minuten noch einen 23:20 (7:7) erfolg einfuhren? Nach dem 30:23 vom vergangenen Mittwoch konnte der überragende Torhüter Sven Sowein (Gibbels: Der Vater des Erfolges“) den Kontrahenten nach den letzten Treffern schon zurufen: „Das reicht nicht Jungs!“

Der Weg für Herten war lange vor dem Schlusspfiff verbaut, auch wenn Spielertrainer Keyers meinte, fünf Minuten mehr hätten gereicht, um das Verbandsliga-Ruder noch herumzuwerfen. Mit dem Einsatzwillen und dem Teamgeist der Grün-Weißen konnte der Gastgeber nicht konkurrieren. Zwei vorgezogene Abfangjäger sollten Halingen aus dem Rhythmus bringen – denkste! Ruhig und sachlich wühlten sich der umsichtige Michael Gutzeit und Kreisläufer Uli Klett als Ersatz-Spielmacher in die Deckung, brachten den mutigen René Voigt in beste Wurfposition oder suchten selbst den Abschluß. Spätestens Christoph Gutzeits Unterzahl-Treffer zum 14:14 raubte dem diesmal disziplinierter auftretenden Vize der Staffel 3 den Wenden. Überhaupt Christoph Gutzeit: Die lädierte (vielleicht angebrochene ?) Rippe erlaubt dem Torjäger keine ruhige Minute in sitzender oder liegender Position. Aber was macht das schon? Für den erfolg warf er alles in die Waagschale – die Anhänger waren aus dem Häuschen. Den Rest erledigte Hexer Sven Sowein, der nach durchwachsenem Hinspiel die gewohnte Topform erreichte und bei Gegenstößen immer wieder glänzend reagierte. Wie ein Dirigent vor dem Orchester kontrollierte der TVH die Szenerie, hielt Herten an der kurzen Leine und pushte sich in den letzten zehn Minuten schon mal ins Feier-Fieber. 60 schmerzhafte Mittwochs-Minuten, die volle Konzentration auch in des Gegners Halle – die Westfalia warf allen Ballast über Bord und stürmte in eine lange Nacht!


SpVgg Herten:
Möller, Dostal; Matheis (3), Spiekermann (2), Reul (4), Klasmann (4), Anders (1), Balke (8/3), Keyers, Winter(1), Heringhaus, Rahr.

TV Halingen:
Sowein (58.Severin), Lumme (2), M. Gutzeit (4/1), Ch.Gutzeit (2), Voigt (5), Voß, Klett (3), Schulz, Heimann (2), Mick, Ortloff (2).
Siebenmeter: Herten 4/4 -  Halingen 3/1.
Zuschauer: 300 (mehr als die Hälfte aus Halingen).

Spielfilm: 0:2 (5.), 3:2 (11.), 3:5 (23.), 7:6 (28.), 8:9 (34.), 11:10 (36.), 12:12 (42.), 14:15 (47.), 15:17 (50.), 17:17 (54.), 20:20 (58.)


Christoph Gutzeit: Aufstiegs-Prophet im Trainingslager

Hertener Schläger Orth doch gesperrt

 

Schon vor dem Anpfiff des zweiten Aufstiegsrunden-Spiels büßte die SpVgg Herten einen Trumpf ein: Schläger Marius Orth (am Mittwoch neun Treffer) wurde von

Bruno Alberternst doch für sechs Partien gesperrt. Unmittelbar vor dem Anpfiff überreichte HVW-Männerspielwart aus Münster beiden Teams den schriftlichen Bescheid. „Daran trägt Orth selbst die Schuld“, räumte selbst SpVgg Spielertrainer Keyers ein. Weitere Stimmen zum Halinger Aufstieg:

 

Hennes Gibbels (TVH-Trainer): Schon vor der Saison hat Christoph Gutzeit im Trainingslager unseren Aufstieg vorausgesagt – da haben ihn alle belächelt.


Bruno Alberternst (Männerspielwart HV Westfalen):
Halingen ist verdient aufgestiegen und wird auch in der Verbandsliga bestehen. Und die Fans sind eine Macht!


Jürgen Maaß (früherer TVH-Coach):
Hennes hat die Situation gut eingeschätzt. Die Jungs haben den Ball prima in ihren Reihen gehalten, es bestand nie eine Gefahr.


Thomas Keyers (Spielertrainer SpVgg Herten):
Eigentlich haben wir schon in Halingen alles verloren. Insgesamt war der Gegner besser.


Christoph Gutzeit (angeschlagener Westfalia Torjäger):
Das Adrenalin hat für die nötige Betäubung meiner Rippe gesorgt!


Roman Schulz (vergab zwei Halinger Siebenmeter):
Die Tore im Hinspiel waren wichtiger.
  TVH: Künstler und Schweiger 

Hallen-Namensgeber Hennes Gibbels stellt sein Team vor

 

Halingen. Seine Spieler benannten die Mehrzweckhalle in einem feierlichen Akt in „Hennes Gibbels-Kampfbahn“ um. Mit riesigen Lettern wurde der TVH-Coach geehrt. Für die WP stellt er sein Team vor:

 

Sven Sowein: Unser Matchwinner während der gesamten Saison, „Pitje“ ist ein Torwart-Künstler mit tausend Armen.


Theo Severin:
Ich bin stolz, einen solchen zweiten Keeper zu haben. Seine Selbstdisziplin ist beeindruckend.


Oliver Mick:
Er war da, wenn man ihn benötigte. Oliver könnte eine feste Größe sein, wenn das Studium keinen Vorrang hätte.


René Voigt:
Aus der Kreisklasse in die Verbandsliga: er hat die Veranlagung ein ganz großer zu werden!


Frank Lumme:
Die Bank in der Deckung. Unser Kapitän lässt lieber Taten als Worte sprechen.


Uli Klett:
Vom belächelten Feldspieler zur mutigen Kreisläufer-Macht. Jetzt trifft er sogar aus dem Rückraum.


Roman Schulz:
Der Stimmungsmacher im Team, hat mit seiner Siebenmeter-Ruhe großen Aufstiegs-Anteil.


Michael Gutzeit:
Ein Denker und Lenker, der nie aufgibt, auch wenn er viel einstecken muß.


Helmut Voss:
Unser Abwehrstratege ist der große Schweiger. Er denkt Handball in der Deckung auch ohne Training.


Henrik Wiemer:
Das Kreisläufer-Pendant zu „Otter“ Klett. Hat viele wichtige Tore erzielt, dann aber freiwillig zurückgesteckt.


Guido Heimann:
Der Mann, der Handball kämpft. Hat mit seinem Herz den Gegner regelrecht den Zahn gezogen.


Markus Weimer:
Er spielte eine tolle Saison. Schade, dass er wegen seiner Verletzung zuletzt nicht mitwirken konnte.


Christoph Gutzeit:
Auf der Königsposition hat „Valeri“ gesundheitliche Probleme oftmals für die Mannschaft und den Aufstieg ignoriert.


Thorsten Ortloff:
Er hatte Sonntag Tränen in den Augen. Ihm gelang in diesem Jahr ein großer Sprung.


Romanus Bordy:
Beim Hit in Sundwig erzielte er ein Siebenmeter-Tor – das war enorm wichtig für uns.


Dirk Staschik:
Als die Not besonders groß war, hat Dirk uns geholfen und in Werdohl die Abwehr zusammen gehalten.


Betreuer Gregor Schoof:
Die Mutter unseres Erfolges. Organisiert alles mit unglaublicher Ruhe, erist der für mich zuständige Sozialarbeiter.


Masseur Toni Wenzel:
Ein Mann mit magischen Händen. Toni hat die Mannschaft gut in Schuß und ist mit seiner „Halinger Walze“ die Stimmungskanone.


Hallenart Helmut Ranft:
Er ermöglicht uns in Ruhe zu arbeiten, ist der Psychologe im Hintergrund.

 


Kampfrichterin Gundula Schoof:
Wurde von uns viel genervt, hat aber immer ruhig gearbeitet.