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1992: Landesliga-Aufstieg

 Westfalenpost, Franz Schoo (27.4.1992) 
Grün-Weiß: Farbe des Aufstiegs 
Handball-Bezirksliga: TV Halingen – TV Lichtenplatz 19:17 (11:9) 

Konfetti, Luftballons, Papierrosen: die Halinger Mehrzweckhalle ertrank am Samstag abend in einem Meer von grün-weißen Fan-Utensilien.

 

Auf dem Spielfeld sprudelte der Sekt,, die Meisterspieler kosteten nach dem letzten Bezirksliga-Match den Titelgewinn noch einmal voll aus. Während der Queen-Klassiker „We are the Champions“ wie ein Vereinslied durch die alkohol- und schweißgeschwängerte Halle dröhnte, warfen die Westfalia-Helden ihren Meistermacher Jürgen Maaß und den gesperrten Torjäger Christoph Gutzeit als lebendige Symbole des einmaligen Erfolges durch die Luft. 

 

Spät aber nicht zu spät gratulierte Staffelleiter Heinz Hause den Halingern vor dem Spiel zum Aufstieg. „ Da hätten ich eigentlich auch schon vor vier Wochen tun können“, meinte der Hemeraner, der nach 28 Jahren sein Amt niederlegt, humorvoll. Die anschließenden 60 Minuten verkamen dagegen zu einer Pflichtaufgabe. Nur einer ärgerte sich hinterher trotz des verdienten Sieges: Jürgen Maaß. Ein Tor mit „links“ blieb ein traum. Und dabei war der 37jährige so nah dran, als er kurz vor Schluß frei am Kreis an TVL-Keeper Andreas Hoppe scheiterte. „Es wäre zu schön gewesen“, meinte Maaß, der diesem Treffer die ganze Saison hinterher gejagt war.

 

Der Aufsteiger lag in dieser bedeutungslos gewordenen Partie stets in Führung, gab aber in der ersten Halbzeit zweimal einen Drei-Tore-Vorsprung (7:4,8:5) aus den Händen. Nach dem Wechsel blieben die Gäste bis zur 49 Minute (14:13) dank des starken Andreas Hoppe im tor und des siebenfachen Torschützen Udo Biegler auf Tuchfühlung.Erst in der Schlussphase, als Jürgen Maaß und Roman Schulz mit dem schönsten Treffer des Tages (Kempa-Trick) die Führung auf 19:15 ausbauten, stand das Treue-Geschenk für die mehr als 300 Anhänger endgültig fest.

 

Denn wie stand es so schön auf einem Transparent: „Ohne unsere Fans hätten wir es nie geschafft.“ Während die anderen im Aufstiegstaumel ihrer Freude freien Lauf ließen, saß einer ein bischen wehmütig mit einer Flasche Mineralwasser in der Hand auf der Auswechselbank: Sven Sowein. Dem Torwart fiel der Abschied schwer, vielleicht kann er in der nächsten Saison mit Saxonia Lendringsen einen ähnlichen Coup landen. 

Halingen: Strotkötter, Sowein; Heimann (1), T.Bordy (2), Beckmann (1), R.Bordy (4/2), Staschik, Lumme (2), Schulz (3), Barthold (1), Wiemer (2), Maaß (3), C. Gutzeit gesperrt.


Lichtenplatz: Hoppe; Biegler (7), Heimann (1), Wormsbach (4/2), Sulzky, Kiepe (1), Plate (3), Berenbruch, Götte (1), Lötter.
 

Schiedsrichter: Wentzel/Reinke
 
Zeitstrafen: zwei für Halingen – keine für Lichtenplatz 
Zuschauer: 300  

 

Mendener Zeitung (tos), 27.04.1992

  „Tschöö Tünn“ – Sowein fiel der Abschied schwer

400 begeisterte Fans feierten den Meister in Halingen
 Halingen. Es war eine rauschende Handballnacht. Ganz Halingen feierte am Samstag. Denn neben der ersten waren auch die dritte und vierte Herrenmannschaft in eine höhere Klasse aufgestiegen. Vor, während, und besonders nach dem spiel war die Hölle los. Ausgelassen und fröhlich. Sympathisch – wie das Team, das sich den aufsteig hart erarbeitet hat und beim letzten spiel Dankbarkeit zeigte. Ein Bettuch mit der Aufschrift „Liebe Fans. Ohne Euch hätt`s nicht geklappt. Danke“ empfing zusammen mit grünem Wakkelpudding und einem neuen Aufkleber die Anhänger, von denen viele in „grün-weißen“ Farben geschminkt waren. Den Startschuß zur Feier gab Staffelleiter Heinz Hause aus Hemer. Er ehrte den Bezirksliga-Meister, überreichte Anstecknadeln und einen neuen ball. Blumengebinde schmückten Männerhände, Heiterkeit stand in den Gesichtern. Nur Sven Sowein lächelte mitunter ein wenig gequält. Für ihn war es das letzte Spiel im Halinger Trikot. Ein Blumenstrauß von Mannschaftsführer Frank Lumme und ein Plakat der Fans mit dem Gruß „Tschöö Tünn“ machten dem Torwart den Abschied schwer. In der 29. Minute verließ er strahlend das Feld, sonnte sich im Beifall des Publikums – und konnte nach dem abpfiff die roten Augen nicht verbergen.Die Sekunden bis zum Abpfiff zählten die 400 Fans um 18.45 Uhr begeistert mit. Ein Blütenmeer aus weißen und grünen Papierblumen fiel über die Halinger Spieler nieder. Riesige Champangerflaschen kreisten, das obligatorische „We are the Champions“ zeigte die Qualitäten der Lautsprecher. Romanus Bordy tanzte mit Mannschaftsbetreuer Josef irgendeine Polka, Jürgen Maaß sah sich in luftigen Höhen geschleudert, und Hausmeister Helmut Ranft ging einer widerspenstigen Sektflasche mit der Rohrzange erfolgreich an den Korken. Halingen außer Rand und Band. Mindestens noch eine Woche lang. Am 1. Mai ist traditioneller Festtag an der Halinger Halle und einen Tag später startet die offizielle Meisterschaftsfeier. Das ganze Dorf ist eingeladen – und alle Mendener auch.  


Mendener-Zeitung, 27.04.1992

 Das war ein Abschluß nach Maß: Letztes Saisontor per Kempa-Trick

Ein Tor des Spielertrainers mit der linken Hand wäre 30 Liter wert gewesen
 Handball-Bezirksliga: TV Westfalia Halingen – TV Lichtenplatz 19:17 (11:9) Selbst TV-Trainer Jürgen Maaß, vom Hallensprecher als der Meistermacher vorgestellt, hatte dieses Match schnell abgehakt und verzichtete auf die Kommentierung des Spielverlaufs. Feiern und nicht Reden hieß das Gebot der Stunde – nach sechzig umkämpften Minuten.  Denn die Gäste gratulierten zwar artig, schüttelten zwar Hände und übergaben Blumen, doch an Geschenke in Form von zwei Punkten verschwendeten sie nach dem Anpfiff keine Gedanken. Kein lockerer Saison-Kehraus also für die zwölf Halinger Aufsteiger, die an vieles, aber nicht an ein spielerisches Meisterstück vor heimischen Publikum dachten, am Samstag Nachmittag.Die Spieler aus Lichtenplatz traten mit gesundem Ehrgeiz in der geschmückten Halinger Mehrzweckhalle an. Konsequent wurden die verständlichen Defizite der Gastgeber ausgenutzt, so dass der frischgebackene Landesliga-Aufsteiger zu keiner Zeit einen beruhigenden Vorsprung vorlegen konnte. 3:3 stand es nach neun Minuten, bevor Halingen durch die Treffer von Tobias und Romanus Bordy, Roman Schulz und Björn barthold über 5:3 (13.) und 8:5 (19.) erstmals einen größeren Vorsprung erkämpfte.Doch der war bald aufgezehrt. Leichtsinnigkeiten in Abwehr und Angriff öffneten den Gästen den Weg zum Halinger Tor, das Sven Sowein in der ersten Halbzeit zum letzten Mal vor fremden Balleinschlag schützte. Innerhalb von vier Minuten glichen die Lichtenplatzer zum 8:8 (23.) aus und besaßen Chancen, selbst in Führung zu gehen. Erst ein kleiner, mit dem Tor gekrönter Tanz von Spielertrainer Jürgen Maaß durch die gegnerische Defensivreihe machte einer denkbaren Gästeführung einen Strich durch die Rechnung. Und Romanus Bordy nahm seinen Trainer zum Vorbild. Dessen 9:8 ließ der Linksaußen per Siebenmeter einen weiteren Treffer folgen (27.). Auch in der zweiten Halbzeit konnte der TV Westfalia Halingen den unbequemen Gegner – besonders Lichtenplatz agiler Udo Biegler machte mit seinen sieben Toren den Gastgebern arg zu schaffen – nicht abschütteln. Das lag besonders an den Halingern Freundlichkeiten im Angriff. Beste Chancen ließen die „Grün-Weißen“ ungenutzt. Beispielsweise in der 37. Minute, Spielstand 11:11 Beckmann scheiterte mit einem Tempogegenstoß, Schulz traf im Anschluß nur den Torwart und Tobias Bordy trat mit dem Abpraller weit in den Kreis.Erst ab der 51. Minute lief der Halinger Aufstiegszug ruhiger dem ziel entgegen. Roman Schulz erzielte vom Kreis das 15:13, Henrik Wiemer zeigte seinen Gegenspieler die Fersen und dem guten Lichtenpltzer Torwart Andreas Hoppe zum 16:13 (53.) dessen grenzen. Doch die Höhepunkte in dem freunschaftlichen Vergleich erfolgte in den letzten drei Minuten. Schulz verwandelte einen tollen Paß von Barthold in den Kreis direkt zum 19:15 (58.) – ein blitzsauberer Kempa, zur Freude der überschwänglich feiernden Fans und das vorletzte Tor in der Liga. Und Jürgen Maaß hätte beinah eine zwei Jahre alte Wette einlösen müssen. Denn neben dem aufstieg trieb den Spielertrainer und Rechtshänder ein weiteres Ziel an: endlich ein Treffer mit der linken Hand. Und fast hätte er es geschafft. Wie ein Derwisch umkurvte der 36-jährige kurz vor Schluß seine Gegenspieler, tauchte frei vor dem Torwart auf und ließ die linke Hand den Ball Richtung Tor jagen – nur Keeper Hoppe stand leider im Weg. Wieder nichts mit 30 Liter Bier, die Maaß seinem Team für den Erfolgsfall versprochen hat. Nächste Saison soll es, so verkündete es der Trainer, in der Landesliga keinen neuen Anlauf geben. Denn Maaß will nicht mehr spielen: „ich bin zu alt für die Klasse.“ Ähnliches hatte er in dieser Saison auch schon einmal gesagt und dann doch wieder ins Geschehen eingegriffen. Auf ein Neues also! 

TV Westfalia Halingen: Sowein, Strotkötter; Heimann (1), T.Bordy (2), Beckmann (1), R.Bordy (4/2), Maaß (3), Staschik, Wiemer (2), Lumme (2), Schulz (3/1), Barthold (1), C. Gutzeit gesperrt.
  

Bezirksliga (7):
 
1. TV Halingen                476:397                42:10
2. Lendringsen                465:415                33:19
3. Schwitten 2                  499:451                32:20
4. Gevelsberg                  446:461                29:23
5. Letmathe                     417:422                27:25
6. Vill.-Ergste                   458:442                26:26
7. Delst./Hagen                482:485                26:26
8. H´brg-Oege                  494:477                24:28
9. Lichtenplatz                  531:538                23:29
10. TV Wickede                474:483                22:30
11. TV Lössel                   421:438                22:30
12. TUS Iserlohn               418:458                21:31
13. SV Menden                  488:520                20:32
14. TuRa Hagen                411:480                17:35 


Oberliga, Herren

 1. TUS Spenge                  43:9
2. TUS Ferndorf               33:19
3. TV Schwitten               30:22
4. Hasper SV                  28:24
5. Lücklemberg               27:25
6. SC Bielefeld                27:25
7. Mennighüffen               26:26
8. Teut. Riemke               24:28
9. Lenzinghausen            22:30
10. DjK Welper                22:30
11. SV Herbede               22:30
12. HSG Ahlen                 21:31
13. Sach. Hille                 21.31
14. E.Obberlübbe             18:34 

Kader TVS: Vogler, Schlücking, Antoni, Filthaut, Pade, L.Bücking, Harnischmacher, Westermann, Riske, Kroker, Plümper, Jünger.
Trainer: H.-P. Müller 


Kreisliga Iserlohn/Arnsberg

 1. VfS Warstein                46:6
2. Holzen-Bösperde         37:15
3. TSV Ihmert                  33:19
4. Schwitten 3                 30:22
5. HSV Hemer                 28:24
6. Grüne-Roden              28:24
7. Vill.-Ergste 2                25:27
8. Schwerte-W. 2              25:27
9. Lendringsen 2              23:29
10. SV Menden 2              22:30
11. Sommerberg 2           21:31
12. Letmathe 2                19:33
13. HV Sundern               14:38
14. TV Brilon                   13:39